Freitag 15. Dezember 2017

Ich habe keine Rituale - bis auf Sachen, die man immer wieder gleich macht.

Violetta Wakolbinger

Rituale, das sind Sachen, die man immer wieder gleich macht und die eine bestimmte Bedeutung für den Menschen haben. Also hat wohl jedeR von uns Rituale. Das wurde auch in den Ausstellungsgegenständen und den dazugehörigen Lebensgeschichten deutlich. Dabei zeigen sich die Menschen in der Entwicklung von Ritualen durchaus kreativ.

 

Die Forschungsgruppe der Katholischen Privatuniversität Linz formuliert das so:

 

"Im Zusammenhang mit prekären Erfahrungen und verschwiegenen Themen blitzte immer wieder auch eine Sehnsucht nach Ritualen auf. Menschen sehnen sich nach Versöhnung, Heilung und Frieden. Dass Ritualkompetenz im Volk Gottes vorhanden ist, belegen z. B. die vielfältigen Abendrituale. Studien zeigen, dass diese in der Kindheit erlernte symbolische Kommunikation auch später weitergeführt wird. Dies zur Kenntnis nehmend, könnte eine pastorale Antwort darin liegen, die  „Initiationsorte von Alltagsliturgien“ anzuerkennen und die Ritualkreativität der Menschen wertzuschätzen, zu respektieren und durch praktische Hinweise und Austausch weiter anzuregen."

 

Dies zeigte sich etwa in der Geschichte von den drei Engeln, die eine Frau jedes Jahr an den Christbaum hängt. Sie sind ein Symbol für ihre drei bereits verstorbenen Kinder.

 

Damit hat sie sich selbst ein Ritual geschaffen, um sich an ihre Kinder zu erinnern. Diese Ritualkompetenz und die Kreativität darin, gilt es als Kirche anzuerkennen und die Menschen darin zu unterstützen, eigene Rituale zu finden oder die kirchlichen Rituale besser zu verstehen. Sie vielleicht auch wohlwollend in den eigenen Alltag zu integrieren.

 

Die Karte könnte ein Anreiz sein, sich mit dieser These zu beschäftigen.

 

 

http://lebenszeichen.dioezese-linz.at/
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