Mittwoch 14. November 2018

Die Welt dreht sich viel zu schnell.

"Die Welt dreht sich viel zu schnell." Ein Satz, den jede/r wohl selbst schon mal gesagt hat, oder jemanden sagen hörte. Auf der Rückseite ist ein Angebot der katholischen Kirche in Oberösterreich zu lesen: "Wir bieten Halt." - Sicher kein unumstrittenes Angebot...

 

Doch die Gegenstände in den LebensZEICHEN-Ausstellungen haben gezeigt, dass sich die Menschen durchaus Halt wünschen und auch von der Schnelligkeit der Gegenwart überwältigt sind.

In vielen Lebensgeschichten wurde deutlich, dass Menschen Sehnsucht nach gewissen fixen Komponenten in ihrem Leben haben. Seien es Traditionen, Rituale oder Beziehungen. All das kann auch Religion und Kirche anbieten. Wichtig ist dabei wohl nur, dass die Angebote trotz allem einen Bezug zur gelebten Gegenwart anbieten.

 

Das wurde auch in einer These der wissenschaftlichen Auswertung deutlich:

"Ausstellungen und Interviews weisen darauf hin, dass Kirche und Pastoral dann wahrgenommen werden, wenn sie die existentiellen Erfahrungen von Menschen jenseits eingespielter liturgie-pastoraler Bezüge in den Blick nehmen."

 

Natürlich ist in Hinblick darauf die Kirche nur eine Anbieterin unter vielen.

 

Die Geschichte zum Bild des Globus hatte aber eine andere Aussage: Dabei geht es vielmehr um die Beziehung zu den eigenen Kindern, die in die Ferne gezogen sind und dort leben und arbeiten:

"In meiner Kindheit beeindruckte mich der Globus meiner Großeltern, der in "greifbarer" Nähe auf einem Kasterl stand. Das erste Geschenk meiner zukünftigen Schwiegereltern war dieser kleinere Globus. Unsere Kinder leben und arbeiten in einem anderen Land und wir verfolgen gespannt und zuversichtlich, wie sie diese Herausforderungen meistern. Durch die Entfernung ist eine neue Nähe entstanden, die wir sehr genießen."

 

Diese Geschichte steht exemplarisch für viele, die sich mit dem Zusammen- und Auseinanderrücken der Welt und von Beziehungen beschäftigten. Freundschaften, Beziehungen und auch Familienkonstellationen, die über geografische Ferne hinweg bestehen werden in der globalisierten Welt immer mehr zum Thema. Die Menschen nehmen diese Herausforderung an. Die Geschichten haben gezeigt, dass geografische Distanz nicht gleichzeitig Distanz in Beziehungen erzeugt, sondern oftmals sogar eine neue Nähe.

 

Auch das ist ein Zeichen der Zeit, mit dem man sich vielleicht anhand dieser Karte beschäftigen kann.

http://lebenszeichen.dioezese-linz.at/
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