Sunday 25. August 2019
Theologisch-praktische Quartalschrift 3/2012

Orte des Konzils heute

Schwerpunktnummer zum Konzil. Mit Beiträgen von Hans-Joachim Höhn, Franz Weber, Józef Niewiadomski, Basilius J. Groen, Thomas Böhm, Andreas Renz, Margit Eckholt, Teresa Kaineder u.a. HerausgeberInnen der ThPQ sind die ProfessorInnen der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz.

 

 

Wir schweigen nicht länger: We won’t keep silence any longer

Frauen äußern sich zum II. Vatikanischen Konzil

Die Eingabe von Gertrud Heinzelmann vom 23. Mai 1962 an das Vatikanische Konzil wurde in der “Staatsbürgerin” (Heft 7/8 von 1962) erstmals publiziert und hat ein sehr grosses Echo ausgelöst. Diese zweisprachige Publikation vermittelt die Anliegen von Gertrud Heinzelmann und einigen Mitstreiterinnen einem breiten Publikum.
Gertrud Heinzelmann schreibt darin zu ihrer Motivation: “Ich ergreife das Wort als eine Frau unserer Zeit, die durch Studium, Beruf und eine langjährige Tätigkeit in der Frauenbewegung die Nöte und Probleme ihrer Schwestern kennt. (…) Meine Worte möchte ich verstanden wissen als Klage und Anklage einer halben Menschheit – der weiblichen Menschheit, die während Jahrtausenden unterdrückt wurde und an deren Unterdrückung die Kirche durch ihre Theorie von der Frau in einer das christliche Bewusstsein schwer verletzenden Weise beteiligt war und beteiligt ist”.

50 Jahre Zweites Vatikanische Konzil. Ein Zeitzeuge zieht Bilanz

Das Konzil – ein Sprung nach vorwärts

Als Stenograph war Helmut Krätzl beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) im Petersdom mit dabei, als die Bischöfe aus der ganzen Welt diskutierten und die Weichen für die Kirche neu stellten. Ein mutiger “Sprung vorwärts” (Papst Johannes XXIII.) sollte das Ergebnis des Konzils sein, dem sich der spätere Weihbischof von Wien seither verpflichtet weiß.
Gegenteiligen Tendenzen, die heute stärker sind denn je, hält Krätzl entgegen, dass die Konzilsväter wirklich Mut zu Neuem hatten: im Kirchenbild, in der Liturgie, in der Sicht der Bibel, vor allem aber in der Ökumene, in der Beziehung zu den anderen Religionen sowie beim Thema Religionsfreiheit. Manches davon ist umgesetzt, vieles noch nicht, Krätzl nennt die Mitverantwortung der Bischöfe in der Leitung der Weltkirche, das “gemeinsame Priestertum”, die Ehelehre u.v.a.
Die Katholische Kirche hat zum Konzilsjubiläum ein “Jahr des Glaubens” ausgerufen. Diese greift Helmut Krätzl im letzten Teil des Buches auf, ruft aber nicht wie Rom zum Studium des Weltkatechismus auf, sondern verweist auf wichtige Passagen der Konzilsdokumente, die zur Vertiefung des Glaubens verhelfen können und Wege in die Zukunft der Kirche weisen.

http://lebenszeichen.dioezese-linz.at/
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